Tarifangleichung in der Zeitarbeit durch Branchenzuschläge

Wichtige Informationen zu den Branchenzuschlags-Tarifverträgen der Metall- und Elektro- sowie der Chemischen Industrie

Zum 1. November 2012 treten die beiden oben genannten neuen Tarifverträge über Branchenzuschläge in Kraft, worüber wir Sie im Folgenden informieren möchten.

Basis der Branchenzuschläge ist der weiterhin gültige Entgelttarifvertrag Zeitarbeit zwischen dem iGZ und den DGB-Gewerkschaften. Nachstehende Regelungen gelten nur für die BZ-Tarifverträge in der Metall-und Elektroindustrie sowie der Chemischen Industrie:

  • Die ersten sechs Wochen des Einsatzes bleiben zuschlagsfrei.
  • Bei Einsatz im selben Kundenunternehmen ergeben sich nach sechs Wochen gestaffelte Zuschläge, die sich jeweils an der Länge des Einsatzes orientieren.
  • Die Tarifverträge enthalten eine Regelung, die sicherstellt, dass Zeitarbeitnehmer (auch nach 9 Mona-ten) nicht mehr Entgelt erhalten als die Stammarbeitnehmer. Der maximale Zuschlag darf nicht höher sein als das Stundenentgelt eines vergleichbaren Stammmarbeitnehmers im Einsatzbetrieb abzüglich von 10%.

Die Zuschläge betragen in der Metall- und Elektroindustrie:

Die Zuschläge betragen in der Chemischen Industrie:

Chemie Tabelle 

  • Sofern ein Mitarbeiter im Kundeneinsatz einsatzbezogene Zulagen erhält, werden die Branchen-zuschläge hierauf angerechnet.
  • Nach einer Unterbrechungszeit von mehr als drei Monaten beginnen die anzurechnenden Einsatzzeiten neu zu zählen.
  • War der Mitarbeiter vor Mitte September 2012 bereits im selben Kundenbetrieb beschäftigt, fällt ab dem 1. November 2012 die Zahlung eines Zuschlags in Höhe der Stufe 1 (über 6 Wochen Einsatzzeit) und ab Mitte Dezember 2012 eines Zuschlags in Höhe der Stufe 2 (über 3 Monate Einsatzzeit) an.
  • Diese Zuschlagsregelungen gelten auch für nicht-tarifgebundene Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie bzw. der Chemischen Industrie.
  • Die Tarifverträge haben eine Laufzeit bis 2017.

Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Würtemberg

Neben dem am 22. Mai 2012 erzielten Tarifvertrag über Branchenzuschläge in der Metall- und Elektroindustrie, der IG Metall und der Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit, hat sich die IG Metall am
18. Mai 2012 auch mit dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall auf einen Tarifabschluss für die baden-württembergische Metall- und Elektroindustrie geeinigt.

Wichtig hierbei ist die Vereinbarung zur Zeitarbeit:

  • Laut des neuen Tarifvertrages darf ein Zeitarbeitnehmer ohne weitere Einschränkung für 18 Monate im selben Betrieb eingesetzt werden.
  • Anschließend muss das Kundenunternehmen prüfen, ob dieser Zeitarbeitnehmer unbefristet übernommen werden kann.
  • Nach 24 Monaten muss ein Übernahmeangebot gemacht werden.
  • Ausnahmen gelten, wenn sachliche Gründe – zum Beispiel Projektarbeit oder Vertretungszeiten – eine längere Einsatzdauer beim Kundenunternehmen rechtfertigen.
  • Bei Unternehmen, die bereits eine Betriebsvereinbarung über den Einsatz von Zeitarbeit geschlossen haben, gilt diese weiter und hat Vorrang vor der neuen Regelung.

Da der traditionelle Pilotbezirk Baden-Württemberg meist Signalwirkung für das gesamte Bundesgebiet hat, ist von einer künftigen, flächendeckenden Regelung auszugehen. Die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen haben die Tarifeinigung der Metall- und- Elektroindustrie bereits übernommen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Branchenzuschlags-Tarifverträge nach dem Muster der Metall- und Elektroindustrie abgeschlossen...

...für die Kautschukindustrie und die Kunststoffindustrie mit Gültigkeit ab dem 01.01.2013 sowie für den Schienenverkehrsbereich ab 01.04.2013. Diese Abschlüsse sind jedoch noch nicht endgültig bestätigt. Weitere Detailinformationen hierzu folgen. Die Zuschläge sind nach den selben zeitlichen Staffeln angelegt, fallen jedoch bei der Zuschlagshöhe deutlich geringer aus als jene im Bereich Chemie bzw. Metall- und Elektro.

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